So kurz vor dem Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund vergeht kein Tag ohne Berichte in den Zeitungen und im Fernsehen. Da wird auch mal gefrotzelt, das bleibt nicht aus - denn diese Partie hat es in sich. Dass man trotz aller Rivalität auch nett, ja sogar freundschaftlich miteinander umgehen kann, beweisen zwei junge Spieler.
Knappenkids-Kapitän Benedikt Höwedes traf sich vor der Begegnung mit seinem Kumpel und zugleich BVB-Profi Mats Hummels zu einem Interviewtermin auf „neutralem“ Boden. Das Treffen der beiden 21-jährigen Kicker fand in der Bochumer Jahrhunderthalle statt, einem riesigen Industriedenkmal. Vor der imposanten Kulisse des alten Krupp-Geländes sprachen die Verteidiger mit einem Reporterteam über ihre Freundschaft und das anstehende Derby.
„Man sollte sich anderen gegenüber immer fair und respektvoll verhalten, auf dem Platz haben böse Fouls nichts zu suchen“, so Höwedes. Die Rivalität sei allerdings normal, befindet der Knappe und Mats Hummels pflichtet ihm bei: „Auf den Rängen sowie auf dem Platz sollte man friedlich miteinander umgehen. Ich finde, ein Spiel soll Spaß machen und es gibt keinen Grund wegen einer Niederlage auszurasten“. Einen guten Tipp hat der Knappenkids-Kapitän an die Anhänger beider Teams: „Die Fans sollten ihre Mannschaften besser mit Fangesängen unterstützen, das hilft uns viel mehr“.
Kennengelernt haben sich die beiden vor ungefähr drei Jahren. „In der U21 sind wir uns über den Weg gelaufen“, erinnert sich Hummels schmunzelnd. Seitdem teilen sich der Schalker und der Dortmunder auch gerne ein Zimmer wie vor der U21-Europameisterschaft im vergangenen Sommer. Dass sie sich so gut verstehen, können sie leicht erklären. „Benedikt ist ein lustiger Zeitgenosse, er ist gerade heraus und ein sympathischer Junge. Wir können uns wirklich gut unterhalten und sind einfach auf einer Wellenlänge“, spricht der BVB-Profi über den Schalker.
Umgekehrt fällt das Urteil ebenso positiv aus. „Mats ist ein lustiger und offener Typ, der für jeden Spaß zu haben ist. Wir kannten uns schon, als er noch bei Bayern München gespielt hat. Nur weil er dann zu unserem Revierrivalen Borussia Dortmund gewechselt ist, würde das für mich nie bedeuten, dass unsere Freundschaft darunter leidet.“ Zum Abschied reichen sie sich freundschaftlich die Hände, damit geben die beiden Kicker ein gutes Beispiel für beide Fan-Lager ab. Nur „viel Erfolg“, den können sie sich für Freitag zum großen Derby dann doch nicht gegenseitig wünschen - da hört die Freundschaft auf, schließlich geht es um drei Punkte …